Einzigartiges erbe

„Mit Camargue, diesem magischen Wort, assoziiert man schon immer Bilder von Sonne, Pferden und Stieren sowie Männern und Frauen, die den warmherzigen Akzent eines gastfreundlichen Volkes sprechen. Das Sandweingut Domaine Royal de Jarras, das gleich neben der Camargue-Hauptstadt Aigues-Mortes liegt, ist eine besondere Entdeckung. Jarras, Vignoble des Sables, wurde auf einer Insel angelegt, die früher Ile de Stel hieß. Sie hat eine lange Geschichte und die Reiter, die dem König Roi Saint Louis auf seinen Kreuzzügen zur Rettung des Heiligen Lands folgten, scheinen noch lebendig.

Die Domaine Royal de Jarras, die seit dem 12. Jahrhundert mit Reben bestückt ist, wurde von dem königlichen Historiker Astruc liebevoll beschrieben. Die Jahrhunderte vergingen und das Weingut wurde immer größer. Ende des 19. Jahrhunderts gelang es lediglich den Reben, die auf Sand wuchsen, der Reblausplage zu entkommen, die überall in Frankreich Rebflächen vernichtete. Das zerstörende Insekt konnte sich glücklicherweise nicht im Sand der Domaine Royal de Jarras ausbreiten und so blieben die Ursprungsrebstöcke intakt.

 
 
   
 

Sand der Camargue

„In der Camargue befinden sich die Weinberge in unmittelbarer Nähe zum Meer auf Sandböden. Sie entstanden aus den Küstenstreifen, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus den Sandablagerungen der Rhône bildeten, und dann von Wind und Meer wieder abgetragen wurden.

Diese besondere Bodenbeschaffenheit war der Grund dafür, dass das Sandweingut in der Camargue in den 1860er Jahren nicht von der Reblausplage heimgesucht wurde. Die Reblaus ist eine Blattlaus, die die Wurzeln des Rebstocks angreift. Noch bis 1868 war sie in Frankreich unbekannt, doch danach richtete sie unglaubliche Schäden in den Weinbergen an, so dass die französische Weinproduktion in wenigen Jahren um die Hälfte bzw. ein Drittel des normalen Jahreswertes sank.

Da die Reblaus nicht auf das Camargue-Weingut übergriff, ist es heute ein besonderes und in der Welt einzigartiges Weingut. Es ist mit „Franc de Pied”-Reben bepflanzt, d.h. nicht gepfropften Reben. Daher wird ein „Wein von früher“ produziert, ohne Kompromisse und ganz authentisch. Er besitzt die Mineralität des Bodens, den die „französischen Wurzeln“ der nichtgepfropften Grenache-Reben transportieren.“

Paul-François Vranken

 
 

Die geschichte des weingutes

Auch wenn der Weinbau auf Sand eine sehr lange Tradition aufweist, wuchs die Weingutfläche erst in den Jahren zwischen 1874 und 1888, also in der Zeit als die Domaine Royal de Jarras gegründet wurde. Das jährliche Lesegut wurde in 400 Fuder mit einer Kapazität von jeweils 300 Hektoliter gelagert. Die Weine waren dank ihrer guten Qualität sehr geschätzt.

Nach 1929 kamen für den mediterranen Weinbau leider schwierige Zeiten und er durchlebte eine schlimme Krise. 1940 konnten aufgrund des Krieges nur 40.000 Hektoliter produziert werden. Die Besatzungsarmee versuchte eine mögliche Landung der Alliierten zu verhindern, indem sie im Sand große Mengen an Minen versteckten. Allein auf der Domaine Royal de Jarras, die am Meeresufer liegt, befanden sich nicht weniger als 35.000, die eine Bewirtschaftung unmöglich machten. Nach Kriegsende war der Zustand des Weingutes erbärmlich.

 
   
 

Die weinlese

Es wurden neue Parzellen mit langen, geradlinigen und weit auseinanderliegenden Reb-Reihen angelegt (geschützt vor dem vom Meer kommenden Wind und der Gischt ), so dass die neuen Maschinen den Weinberg besser bearbeiten können. Die Lese ist und bleibt immer noch der am schwierigsten zu automatisierende Part. Nach langer Entwicklungszeit wurde 1965 ein Traubenvollernter vorgestellt, der 21 Meter breit ist und neun Reihen gleichzeitig lesen kann. Er wird von etwa 30 Männern bedient und erntet 70 Tonnen Trauben täglich. Ein wahrer Fortschritt.
1971 wurden die ersten Maschinen in Betrieb genommen, die in Zusammenarbeit mit der französischen Industrie für eine integrale Automatisierung entwickelt wurden.

Seitdem werden die Trauben in Weinkeller transportiert, die mehr als 150.000 Hektoliter fassen. Die Verfahren, die seit 1958 angewendet werden, wurden in einer detaillierten Untersuchung zur Tätigkeit von Hefen und Bakterien entwickelt. Damit kann auf den Einsatz chemischer Produkte verzichtet werden, was wiederum Auswirkungen auf den natürlichen Charakter der Weine hat.

Seit 1960 wird allgemein bei Niedrigtemperatur vergoren.
Im Jahr 1977 wurde eine Gärmethode entwickelt, bei der keinerlei Antioxidans zugefügt werden, bevor die Gärung komplett beendet ist. Dank der Domaine Royal de Jarras gibt es viele technische Innovationen, die die Herstellung ganz großer Weine ermöglicht haben.

 
 

Die Domaine Royal de Jarras

Die Domaine Royal de Jarras ist 806 Hektar groß, wobei 429 Hektar natürliche, unbepflanzte Flächen darstellen. Sie liegt auf den fossilen Küstenstreifen, bestehend aus den alten oder fossilen „Dunes Grises” (grauen Dünen). An manchen Stellen der Domaine zeugen zahlreiche Meeresmuscheln von der früheren Präsenz des Meeres bzw. des Strands. Ein Verzeichnis über die biologische Vielfalt beweist die hohe ökologische und umweltbezogene Qualität der Domaine Royal de Jarras.

Für die Tiere ist die Domaine Royal de Jarras ein Paradies: 37 unterschiedliche Fischarten leben in den Kanälen und Wasserläufen. Es gibt 178 Vogelarten, wobei sich 61 davon auf der Domaine fortpflanzen, was 54 % der Vogelarten entspricht, die sich in der Camargue fortpflanzen bzw. einem Fünftel aller Arten Frankreichs.

Ganz wichtig dabei ist natürlich der rosa Flamingo, den die Domaine Royal de Jarras bei ihrer Ansiedelung mit gutem Grund als Symbol gewählt hat. Bei einem Spaziergang durch die Domaine entdeckt man außerdem eine bemerkenswerte Pflanzenvielfalt.

 
   
 

Die pferde von Jarras

Die Camargue-Pferde könnten kaum verändert die Nachfahren des „Equus Caballu“ aus dem Quartär sein, deren Abbildungen man in einigen prähistorischen Höhlen findet, wie die von Niaux (Ariège) und Lascaux (Dordogne) sowie am Fuße des Felsen Roche de Solutré (Saône et Loire). Sie bevölkerten das ursprüngliche Gallien. Als dann die Menschen kamen, zogen sie sich langsam in weniger zugängliche Regionen zurück. Sie lebten in dem Gebiet der Camargue, was maßgeblich zur qualitativen Entwicklung beitrug.

Dieses Gebiet wird durch die im Dreieck angeordneten Orte Tarascon, Montpellier und Fos begrenzt. Nur die Produkte dürfen sich mit der Appellation „Camargue“ schmücken, die aus der „manade“ stammen, was als Ursprungsbezeichnung dient. Das Camargue-Pferd gehört einer ganz besonderen Rasse an, die es nirgends in Frankreich noch einmal gibt – weder seine Lebensform, seine körperlichen Charakteristiken, noch seine Eigenschaften. Es ist mutig und robust und war damit immer ein treuer Begleiter der Kreuzfahrer. Nun leben diese Pferde in Freiheit auf der Domaine Royal de Jarras.

 

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