Sand der Camargue

In der Camargue befinden sich die Weinberge in unmittelbarer Nähe zum Meer auf Sandböden. Sie entstanden aus den Küstenstreifen, die sich im Laufe der Jahrhunderte aus den Sandablagerungen der Rhône bildeten, und dann von Wind und Meer wieder abgetragen wurden.

Diese besondere Bodenbeschaffenheit war der Grund dafür, dass das Sandweingut in der Camargue in den 1860er Jahren nicht von der Reblausplage heimgesucht wurde. Die Reblaus ist eine Blattlaus, die die Wurzeln des Rebstocks angreift. Noch bis 1868 war sie in Frankreich unbekannt, doch danach richtete sie unglaubliche Schäden in den Weinbergen an, so dass die französische Weinproduktion in wenigen Jahren um die Hälfte bzw. ein Drittel des normalen Jahreswertes sank.

Da die Reblaus nicht auf das Camargue-Weingut übergriff, ist es heute ein besonderes und in der Welt einzigartiges Weingut. Es ist mit „Franc de Pied”-Reben bepflanzt, d.h. nicht gepfropften Reben. Daher wird ein „Wein von früher“ produziert, ohne Kompromisse und ganz authentisch. Er besitzt die Mineralität des Bodens, den die „französischen Wurzeln“ der nichtgepfropften Grenache-Reben transportieren.

 
 

Geschichte der sandweine

Die Geschichte der Sandweine und der Camargue ist eng mit dem Pays d’Oc verbunden. Im Mittelalter entstanden die „Salz-Abteien“. Dank eines königlichen Erlasses bekamen die Mönche von Aniane, von Montmajour, von Psalmody, von Ulmet, von Sylvéréal und von Conques zwischen dem Jahr 780 und dem Beginn des 11. Jahrhunderts die Salinen von Sigean, von Hyères, von Peccais, von Pallas (Etang de Thau) zugesprochen. Diese Abteien wurden sehr wohlhabend.

Vor den Pforten der Camargue kehrten die Benediktinermönche von Psalmody wieder an ihren isolierten Ort inmitten des Sumpfes zurück, ganz in die Nähe der künftigen Stadt Aigues-Mortes. Die Abtei wurde gegen 720 von den Sarazenen überfallen. Aber große Spenden ermöglichten die sofortige Restaurierung von Psalmody, deren Wohlstand von den Salzvorkommen herrührte.

Im Jahr 1030 erbaute Bischof Arnaud die Kathedrale von Maguelone auf der Vulkaninsel, die von Sumpf und Sand umgeben war. So waren die Mönche von Psalmody, von Conques und Maguelone sicherlich die ersten, die Sandwein für ihre Messen produzierten. Bis zum 12. Jahrhundert dauerte die „Mönchszeit“ der Salinen-Geschichte an. Erst 1244 erbaute König Ludwig der IX. auf dem Gebiet von Aigues-Mortes, das ihm die Abtei von Psalmody überlassen hatte, einen Hafen. Von dort aus sollte eine Schiffsflotte zum Kreuzzug ausströmen. Erst ab dem 14. Jahrhundert kam die Geschichte der Salinen in ihre dritte Phase. Zum ersten Mal wurde sie in Zusammenhang mit dem „Vin des Sables“ in dem Patent-Brief von 1406 erwähnt.

 
 

Boden

Aus geologischer Sicht handelt es sich hier um Sandböden aus der Rhône mit Einflüssen aus Meer und Luft. Die Sedimente wurden damals von der Rhône bis ins Mittelmeer transportiert, von wo aus sie durch Ost-West-Strömungen des Meeres weitergetragen wurden. Die größten Partikel wurden transportiert, setzten sich an der Küste ab, genauer gesagt in dem Gebiet zwischen der Spitze von Espiguette und Cap d’Agde. Die Sandküste bildete sich parallel zum Ufer. Heute unterscheidet man vier Küstenstreifen, die voneinander durch Seen getrennt sind.

Sie liegen im Durchschnitt einen Meter über dem Meeresspiegel, der Grundwasserspiegel schwankt zwischen 0,70 und 1,20 Metern Tiefe. Das Wasser ist – außer an der Oberfläche – sehr salzig, d.h. es stellt für das Eindringen der Wurzeln in die Tiefe eine chemische Grenze dar (Reben reagieren auf Natriumchlorid), vergleichbar mit physischen Grenzen wie Felsen (vgl. Champagne…)

Daraus erklärt sich, dass die Wurzeln der Reben weit an der Oberfläche verlaufen, in 0,20 bis 0,70 Metern Tiefe. Es existieren hier praktisch weder Ton noch Schlamm, und damit kaum organische Stoffe, Stickstoff, Kali, Phosphorsäure oder Magnesium. Der Kalkgehalt ist durchschnittlich. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit gibt es kaum Trinkwasserreserven. Andererseits gibt es im Sand keine Fadenwürmer (Nematoden), die auf die Rebe eine ansteckende Krankheit übertragen könnten (mit einem Virus).

 
 

Klima

Aufgrund des Breitengrades herrscht hier natürlich ein Mittelmeerklima. Allerdings beeinflussen die Nähe des Meeres und der Saline von Aigues-Mortes dieses Klima und „ozeanisieren“ es: Die Temperaturen sind im Sommer frischer, d.h. die Durchschnittstemperatur beträgt im August 20,8°C.

Im Winter hingegen mildert der viele Regen das Klima ab und so gibt es kaum Temperaturen unter Null oder Frost im Frühjahr. Das ganze Jahr über wird die Luftfeuchtigkeit gemessen und eine ausreichende Feuchtigkeit sichergestellt. Die Rebstöcke leiden daher im Hochsommer nicht und entwickeln sich weiter. Dies stellt eine optimale Traubenreife und gutes Triebwachstum sicher. Die Regenmenge beträgt etwa 750 mm pro Jahr.

Alle natürlichen Kriterien zur Erzielung von Qualitätsweinen findet man in den Sand-Weinbergen. Arme und flachgründige Böden, die im Sommer trocken sind und sich in der Sonne aufheizen, mit grobkörniger Beschaffenheit. Das Klima ist recht warm, aber nichts „verbrennt“, denn das Meer schafft Ausgleich und vermeidet Stress für die Rebstöcke. Dem Menschen ist es gelungen, diese natürlichen Bedingungen bestmöglich zu nutzen und positiv Einfluss zu nehmen: Wahl der Rebsorte, Art der Weinbergsarbeit, Vinifizierung, Ausbau und Abfüllung.

 
 

Rebe

Pflanzen

Normalerweise werden auf einem Weinberg mindestens 4.000 Rebstöcke pro Hektar gepflanzt: Diese Stockdichte begünstigt die Traubenqualität, denn die Rebstöcke sind nicht so kräftig. Damit maschinell mit Vollerntern gelesen werden kann, sind die Parzellen recht groß (durchschnittlich 20 ha). Es wird stets horizontal nivelliert, denn sie liegen nicht weit über dem Meeresspiegel. Um alle Parzellen herum verlaufen Kanäle (roubines), so dass das Regenwasser schnell ablaufen kann. Die Bodenbearbeitung erfolgt beispielsweise beim Pflügen und Hacken sehr traditionell.

Säen

Ende September wird auf dem Weinberg Getreide ausgesät (Gerste, Roggen, Hafer,…), so dass der Boden in der Zeit von November bis April geschützt ist. Zu dieser Zeit tragen die Rebstöcke keine Blätter und der Wind würde aus dem Terrain wieder Dünen formen. Das Getreide wird von den Schafen „gemäht“ und im April untergepflügt. Damit ist es ein natürlicher Dünger. Früher wurde der Sand-Boden zum Schutz mit trockenen Binsen „gespickt“. Diesen Vorgang nannte man “l’enjonçage”,

 
   
 

Domaine Pommery

Die rosa flamingo

Der rosa Flamingo, ein mythisches Tier, symbolisiert schon für sich genommen den Reichtum der Camargue und auch die große Eleganz der Sandweine. Es ist daher kein Zufall, dass dieser schöne Vogel der neuen Cuvée Gris de Gris Domaine de Jarras den Namen „Pink Flamingo“ gegeben hat. Die große Finesse dieses Vin des Sables, seine Eleganz und zartrosa Farbe erobert die Welt.

 

Champagne

Provence

Camargue

Portugal

 

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